I live with the fear
Gestern Abend. Krabbelte eine mind. 1,5cm grosse Spinne mitten über mein Bett. Ich war zu langsam. Oder zu feige. Oder beides. Sie entkam. Lange kauerte ich am Boden. In Lauerstellung. Und ärgerte mich über mich selbst. Woher kommt diese lähmende Angst. Wieso sträubt sich alles in mir dieses kleine, krabbelnde Geschöpf anzugreifen. Warum macht es mir nicht das mindeste aus, wenn eine Ameise auf mir herumkrabbelt. Was ist der Unterschied zu einem Käfer oder einer Assel, deren Anwesenheit mich nur unwesentlich stört. Aus welchem Grund steigt beim Anblick einer Spinne unwillkürlich Panik in mir auf.
Wenn es manchmal nicht so lästig wäre, wäre ja der Kampf meines Verstandes mit meiner unlogischen Furcht vor diesen 8-Beinern ein faszinierend zu beobachtendes Phänomen. Da steh ich nur ein paar Zentimeter von diesem kleinen Krabbeltier entfernt. Rede mir ein, dass es auch nur ein Lebewesen, wie jedes andere ist. Ich eigentlich nichts vor ihr zu befürchten habe. Es geradezu lächerlich ist.
Beobachten funktioniert. Mit geringem Sicherheitsabstand kann ich mich entspannen. Aber nicht ums verrecken bringe ich meine Hand dazu das Tierchen zu berühren. Mein Hirn gibt den Befehl: Arm ausstrecken. Mein Arm sagt: aber garantiert ned... mach doch selber!
Und so sitz ich da und ärgere mich, dass mein Körper meint, er wisse es besser und muss meinem Verstand nicht gehorchen.





